Hans-Matthöfer-Preis 2016: Verteilungsfrage.org auf der Shortlist

Zum dritten Mal hat die Hans-und-Traute Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung ihren mit 10.000 Euro dotierten Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik verliehen. Ein auf Verteilungsfrage.org erschienener Beitrag schaffte es in diesem Jahr auf die Shortlist.

Ausgezeichnet werden wirtschaftspublizistische Beiträge, die „grundsätzliche Probleme der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Technologieentwicklung und ihrer Konsequenzen auf die Humanisierung der Arbeitswelt und die Gesellschaft insgesamt“ thematisieren.

Der Preis ehrt „Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler_innen (…), die jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des makroökonomischen Mainstreams neue Antworten auf die großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen suchen“.

Diesjähriger Preisträger ist Oliver Nachtwey (@onachtwey) mit seinem Buch Die Abstiegsgesellschaft. In den vorigen Jahren wurden die Ökonomin Mariana Mazzucato und der Politökonom Mark Blyth ausgezeichnet.

Mit dem Beitrag Chancengerechtigkeit braucht Umverteilung schaffte es erfreulicherweise auch dieses Blog auf die Shortlist.

Alle Autor/innen der diesjährigen Shortlist:

  • Stefan Bach: „Unsere Steuern: Wer zahlt? Wieviel? Wofür?“, Westend Verlag, Frankfurt/Main 2016,
  • Julian Bank: „Chancengerechtigkeit braucht Umverteilung“, Blogeintrag auf http://verteilungsfrage.org/2016/09/chancengerechtigkeit-braucht-umverteilung/ (22.09.2016),
  • Marcel Fratzscher: „Verteilungskampf: Warum Deutschland immer ungleicher wird“, Carl Hanser Verlag, München 2016,
  • Ulrike Herrmann: „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung: Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können“, Westend Verlag, Frankfurt/Main 2016.
Julian Bank | Chancengerechtigkeit braucht Umverteilung

Zusammenfassung des Artikels:
Der Beitrag behandelt mit dem Thema Chancengerechtigkeit einen strategisch zentralen Begriff der aktuellen Ungleichheitsdebatte. Dazu werden drei unterschiedliche Bereiche ungleichheitsbezogener Forschung aufgegriffen: die politische Theorie, die ökonomische Ungleichheitsforschung und die soziologische Klassenanalyse.

Im ersten Teil des Artikels werden sehr unterschiedliche Verständnisse von Chancengerechtigkeit erläutert und somit zentrale Stränge der Debatten innerhalb der politischen Theorie um den Begriff der Chancengerechtigkeit aufgeschlüsselt.

Im zweiten Teil des Artikels wird anhand von zwei Argumenten ausführlich dargelegt, warum Umverteilung nicht als Gegenstück, sondern wesentlicher Bestandteil von Politik für eine substantielle Chancengleichheit verstanden werden sollte.

Das erste Argument stammt von dem Ökonomen und Ungleichheitsforscher Tony Atkinson, der in einer intergenerationalen Sichtweise Umverteilung als wichtige Voraussetzung von Chancengleichheit sieht.

Das zweite Argument stammt von dem Soziologen und Klassentheoretiker John Goldthorpe, der aufgrund ungleicher Ressourcen und der starken psychologischen Verlustaversion ein ohne Umverteilungspolitik unauflösliches Spannungsverhältnis zwischen ökonomischer Ungleichheit und Chancengleichheit aufzeigt. Darüber hinaus weist Golthorpe auf den empirischen Befund einer strukturell bedingten Verschiebung von Aufstiegs- hin zu Abstiegsperspektiven hin.

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Der Beitrag erschien in leicht überarbeiteter Fassung auch im Makronom-Magazin.

Hier geht es zur Seite des Hans-Matthöfer-Preises 2016.

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